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Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen

Sucht ist ein gesellschaftliches Problem, das alle Bevölkerungsschichten betrifft. Während der Begriff Sucht bis vor einigen Jahren vor allem die Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen umschrieb, werden heute auch bestimmte Verhaltensweisen wie exzessives Glücksspiel oder krankhaftes Einkaufen als so genannte „Verhaltenssucht“ bezeichnet. So hat in den letzten Jahren hat vor allem die Zahl der Computersüchtigen stark zugenommen.

suchterkrankung

Substanzen und exzessive Verhaltensweisen, die süchtig machen beeinflussen Körper und Psyche. In der Regel bringen sie den Süchtigen in einen Zustand, der körperlich oder seelisch als angenehm empfunden wird. Süchtige wollen diese Zustände so häufig wie möglich erleben und werden abhängig. Da die Zahl der Patienten mit Suchterkrankungen stetig ansteigt, wächst auch das Hilfs- und Informationsangebot. Zahlreiche Organisationen bieten Betroffenen Selbsthilfe und Unterstützung an. Zahlreiche Kliniken haben sich inzwischen auf Therapien für Suchtkranke spezialisiert.

In der Suchtentwöhnung und -therapie gibt es zahlreiche Methoden und Therapieverfahren. Dabei berücksichtigen alle, dass die psychische und soziale Seite ebenso wichtig sind wie die körperliche. Daher sind neben der Suchtentwöhnung auch Psychotherapie und Wiedereingliederung wichtige Bausteine in der Rehabilitation von Suchterkrankungen.


Kostenträger

Die Entwöhnungsbehandlung zählt zur medizinsichen Rehabilitation. Dabei gibt es von den zuständigen Kostenträgern eine spezielle "Suchtvereinbarung", die besagt, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Krankenkasse die Kosten der Entzugsbehandlung übernimmt und die Rentenversicherung die Kosten der Entwöhnungsbehandlung. Dazu ist notwendig, dass der Patient die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Ist dies nicht der Fall, kommen als Kostenträger auch die Träger der Sozialhilfe in Frage.


Stoffgebundene Abhängigkeiten

Stoffgebundene Abhängigkeiten manifestieren sich in einer Aufnahme von Substanzen, die den Gehirnstoffwechsel beeinflussen. Eine Gewöhnung an diese Substanzen setzt recht schnell ein. Irgendwann kommt der Betroffene nicht mehr ohne die Substanzen aus. Stoffgebundene Abhängigkeiten gehen mit verschiedenen Symptomen einher, wie zum Beispiel körperlichen Entzugserscheinungen, Störungen des Bewusstseins und der Gefühlswelt sowie einer Veränderung des Verhaltens und der Konzentrationsfähigkeit.


Beispiele für stoffgebundene Abhängigkeiten sind:

Alkoholabhängigkeit
Medikamenten- und Tablettensucht (z.B. Schlaf- /Schmerzmittel)
Drogensucht (z.B. Cannabis, Heroin, Kokain)
Nikotinabhängigkeit


Nicht stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen

Nicht stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen, auch als Verhaltenssucht bezeichnet, zielen auf eine Verdrängung von Gefühlen wie Angst oder Stress durch exzessive Verhaltensweisen ab. Durch die Entgleisung solcher Verhaltensweisen kommt es häufig zu sozialen Problemen, da Beruf, Familie und soziales Umfeld oft vernachlässigt werden. Betroffene leiden unter psychischen Entzugserscheinungen, wenn sie an dem von ihnen ausgeübten Verhalten gehindert werden.


Beispiele für nichtstoffgebundene Abhängigkeiten sind:

Spielsucht
Kaufsucht
Sexsucht
Computersucht



Ambulante oder stationäre Rehabilitation (Entwöhnungsbehandlung)

Für die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen kommen sowohl ambulante als auch stationäre Therapiemaßnahmen in Frage. Eine ambulante Rehabilitation kommt in Frage, wenn die Sucht noch nicht zu weit fortgeschritten ist und es für den Betroffenen besser ist, in seiner gewohnten Umgebung zu bleiben und sich zum Beispiel einer festen Therapiegruppe anzuschließen. Private oder berufliche Probleme können so besser verarbeitet werden. Auch die Unterstützung durch Angehörige kann besser in Anspruch genommen werden.

Eine stationäre Rehabilitation ist spätestens dann angeraten, wenn eine körperliche Schädigung bereits weit fortgeschritten ist. Ist das berufliche oder private Umfeld zu Hause bereits zu stark belastet, kommt eine ambulante Rehabilitation häufig nicht mehr in Frage. Für den Betroffenen ist es in diesem Fall vor allem wichtig, Abstand zu seinem belastenden Umfeld zu gewinnen und sich voll auf die Bekämpfung der Sucht konzentrieren zu können.


Die Selbsthilfegruppe als Therapiebaustein

Das Prinzip, nach dem tausende von Sucht-Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland arbeiten lautet, dass jeder sich selbst helfen soll und dadurch auch den anderen hilft. Der Betroffene muss sich selbst helfen wollen und bereit sein, über sich, über persönliche Anliegen und Sorgen zu reden und auch anderen zuzuhören. Die dauerhafte Abstinenz vom Suchtmittel zu erreichen ist dabei das primäre Ziel und von denjenigen zu lernen, die von den gleichen oder von ähnliche Problemen betroffen sind.

Sucht ist eine Familienerkrankung. Daher werden auch die Angehörigen in die Selbsthilfe miteinbezogen. Sie sollen Unterstützung dabei erhalten, ihre Rolle als so genannte Co-Abhängige zu begreifen. Vor allem Kinder leiden darunter, wenn die Sucht den Familienalltag bestimmt. Betroffene und ihre Angehörigen lernen im Rahmen der Gruppengespräche von Menschen, die es bereits geschafft haben ihre Sucht erfolgreich in den Griff zu bekommen. Durch den intensiven und offenen Erfahrungsaustausch erkennen Betroffene häufig erst die Umstände, die bei ihnen selbst zur Abhängigkeit geführt haben.








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